Politik trifft auf Kita-Realität

Politik trifft auf Kita-Realität

Engagierte Erzieherinnen und Erzieher sind unverzichtbar

von links: Ekatherina Doulia (Kita Einstieg), Jeanette Lubbadeh (Kita-Leitung), René Rock

René Rock besuchte zum einen das AWO Familienzentrum und Kindertagesstätte Lotte Lemke. Die Kita ist eine von drei Anker-Kitas in Gießen, die an dem durch das Bundesfamilienministerium geförderten Bundesprogramm "Kita-Einstieg: Brücken bauen in frühe Bildung" teilnehmen. Das Programm soll dabei helfen, den Zugang, besonders für Geflüchtete zu Kindertageseinrichtungen und Kindertagespflege vorzubereiten und unterstützend zu begleiten. Die teilnehmenden Einrichtungen sind Anlaufstellen für Informationen und Veranstaltungsort gleichermaßen. Auch werden Team- und Sprachschulungen für die Mitarbeitenden gefördert.
Nach einem kurzen Rundgang durch die Einrichtung tauschte Rock sich mit der Leiterin der Kita, Frau Jeanette Lubbadeh, und der Fachbereichsleitung der AWO, Frau Gaby Nickel, über die Erfahrungen aus dem Programm aus. Zudem wurde ausführlich über das Thema der der Fachkräfte in Kitas gesprochen. Nickel lobte vor allem das enge Netzwerk von Ämtern, Trägern, Organisationen und Vereinen in Gießen. „Durch die vertrauensvolle Zusammenarbeit und in Verbindung mit digitalen Diensten ist es uns besonders gut gelungen, den Familien viele niedrigschwellige Angebote zu machen. So hilft auch das Projekt „Kita-Einstieg“ durch eine Sprechstunde bei der Anmeldung im Kita-Portal „Little Bird“ , erläutert Nickel.
„Es ist beeindrucken zu sehen, wie viel Herzblut alle Beteiligten hier zum Wohle der Kinder und Familien investieren. Zudem wird deutlich, wie sehr es hilft, dass an die Kita auch ein Familienzentrum angeschlossen ist. Dadurch findet Sozialarbeit direkt dort statt, wo sie gebraucht wird“, lobt Rock. Mit Blick auf die Situation bei den Fachkräften zeigt sich Rock jedoch nachdenklich: „Es kann nicht sein, dass qualifizierte Erzieherinnen und Erzieher aus dem Ausland den Beruf nur deshalb nicht ausüben dürfen, weil ihnen beispielsweise Englisch als Fremdsprache fehlt. Das geht völlig an der Lebenswirklichkeit vorbei“, so Rock.

Medienkompetenz und digitale Bildung ist bereits in der Kita entscheidend

von links: Jens Dapper (Geschäftsführer AWO Gießen), Monika Jackmuth (Kita-Leitung), René Rock

Einen zweiten Stopp legt er beim AWO  Familienzentrum und Kindertagesstätte Marshallstraße ein. Die Kita hatte sich mit 1200 anderen Kitas um den Deutschen Kita Preis beworben und dafür viel Arbeit in die Bewerbung investiert. Umso größer ist die Freude, dass sie im Juni diesen Jahres den 2.Platz beim Deutschen Kita Preis gewinnen konnte.
Nach einem kurzen Rundgang durch die Einrichtung tauschte Rock sich mit der Leiterin der Kita, Frau Monika Jackmuth, und dem Geschäftsführer der AWO Gießen, Herrn Jens Dapper, über die Arbeitsweise der Kita und die Gründe für die Auszeichnung aus. „Besonderen Wert legen wir auf die das Thema Sprache“, erläutert Jackmuth. „Durch die Erstaufnahmeeinrichtung in Gießen ist unser Fremdsprachenanteil hier sehr hoch. Wir arbeiten mit Kindern aus unterschiedlichsten Kulturen und sozialen Schichten, daher ist es uns wichtig, dass die Kinder die deutsche Sprache lernen. Durch Gebärden- und Gestern-Lieder gelingt uns das spielerisch. Zudem legen wir großen Wer auf die Beteiligung der Eltern“, so Jackmuth.
Zudem leistet die AWO Gießen mit der „DigiKita“ Pionierarbeit im Bereich der Kita-Digitalisierung. „Bereits früh haben wir uns Gedanken über die Nutzung digitaler Medien in unseren Kitas gemacht“, so Dapper. „Dabei folgen wir von der Anschaffung von Tablets, über die Ausprobier- und Kennenlernphase bis hin zur Einbeziehung der Eltern und der Integration in den pädagogischen Alltag einem wissenschaftlich unterstützten Plan. Ab dem vierten Lebensjahr können die Kinder dann auch einen „Tabletführerschein“ erwerben“, erläutert Dapper.
„Die Digitalisierung ist da und macht auch vor Kindern im Kindergartenalter nicht halt“, stellt Rock fest. „Umso wichtiger ist es, dass die Digitalisierung in den Kita-Alltag eingebunden wird und die Kinder Medienkompetenz bereits von Beginn an erlernen. Dazu will ich mir keine Konzepte am grünen Tisch ausdenken, sondern mir im Austausch vor Ort Erfahrungen aus der Praxis holen. Zudem braucht es ein zusätzliches Budget für die Finanzierung der Digitalisierung in Kitas“, so Rock.

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