Digitalisierung in der Pflege

Digitalisierung in der Pflege

Neues Vorhaben wird in Gießen getestet

Der Hauptstadtkongress 2018 hatte einen klaren Schwerpunkt: Vorantreiben der Digitalisierung im Deutschen Gesundheitswesen. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn machte deutlich, dass eine rasche Entwicklung im Gesundheitssektor unumgänglich sei und sogar per Gesetz in der Zukunft festgeschrieben werden soll.

In Hessen beschreiten nun drei Projektpartner im Bereich Pflege einen neuen Weg, um die Dokumentation in der ambulanten Pflege entscheidend zu vereinfachen, rechtssicher und patientennah zu gestalten. Die AWO in Gießen, die AOK Hessen und die Technische Hochschule Mittelhessen wollen am 1. Dezember 2018 mit der testweisen Umsetzung beginnen.

Am 22.10.18 trafen sich nun die Beteiligten Detlef Lamm (Vorsitzender des Vorstandes der AOK Hessen), Robert Ringer (AOK Hessen), Jens Dapper (Geschäftsführer AWO Gießen), Claudia Andes (AWO Gießen), Prof. Thomas Friedl (THM) und Armin Häuser (Geschäftsführer Kompetenzzentrum Telemedizin& E-Health Hessen) mit Prof. Dr. Helge Braun (Kanzleramtsminister) und Klaus Peter Möller (MdL), um in einem Round-Table-Gespräch über die Chancen der Digitalisierung, papierlose Abrechnungsverfahren und datenschutzrechtliche Fragen zu diskutieren.

 

Konkret soll zukünftig eine papierlose Übermittlung von Leistungs- und Rechnungsdaten möglich sein. Das Vorgehen spart Aufwand und trägt entscheidend zur Entbürokratisierung im Gesundheitswesen bei.

Dies alles führt zu einer zeitnahen, transparenten Abrechnung und zu deutlich mehr zeitlichen Ressourcen für eine optimale Kundenbetreuung in der Pflege. Denn die heute noch übliche doppelte Abrechnungsdokumentation fällt damit weg, was den Bedarfen der pflegenden Mitarbeiter*innen nach einem Mehr an Zeit für den eigentlichen pflegerischen Auftrag entgegenkommt.

Diese Idee wird von der Technischen Hochschule Mittelhessen aktiv begleitet. Dort ist das Fachwissen vorhanden, um technische Lösungen zu schaffen und eine breite Anbindung verschiedener Gesundheitsdienstleister möglich zu machen. Wenn sich das Projekt als erfolgreich erweist, stünde einer breiten Umsetzung in Hessen, wie auch bundesweit, grundsätzlich nichts im Wege, auch unter Beteiligung anderer Krankenkassen.

Für Prof. Dr. Helge Braun reiht sich dieses Projekt ein in die bundesweiten Bestrebungen nach Abbau von Bürokratie und vor allem, vom Ausbau der Digitalisierung im Gesundheitswesen. Vor allem eignet sich der vorläufige regionale Ausgangspunkt besonders als „Vorreiter“ für bundessweite Lösungen, da es hier um eine praxisnahe Erprobung geht.

So bekundete Prof. Dr. Helge Braun sein ausdrückliches Interesse, sich im Sommer 2019 über den Stand der Erfahrungen vor Ort persönlich zu informieren.

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